Die Hunter Film Review

Martin David, der existenzielle Einzelgänger, der von Willem Dafoe in "The Hunter" gespielt wird, ähnelt Neil McCauley, dem Dieb, der von Robert De Niro in Michael Manns "Heat" (1995) gespielt wird. Beide Charaktere sind methodisch und akribisch und leben außerhalb der Grenzen der Konvention ohne familiäre Bindungen. Aber während McCauley niemals an seinen Entscheidungen zweifelt, schwankt David, wenn er mit den Bedürfnissen einer trauernden Familie und der Größe der tasmanischen Wildnis konfrontiert wird.

David wird von einem Biotech-Unternehmen, RedLeaf, beauftragt, den letzten tasmanischen Tiger zu jagen, damit sein genetisches Material patentiert und genutzt werden kann. Auf dem abgelegenen Inselstaat vor der Südküste Australiens nimmt David die Identität eines Professors an, der die lokale Tierwelt studiert. Er wird zu einem Ziel der Aggression für die lokale Holzfällergemeinschaft, die davon ausgeht, dass er ein Umweltaktivist (oder „Greenie“) ist, der ihr Geschäft schließen möchte.

Davids Leben wird auch durch seine Lebensumstände kompliziert. Seine einzige Wahl für eine Unterkunft ist das Haus von Lucy (Frances O’Connor), einer tief depressiven Witwe mit zwei kleinen Kindern. David beginnt, das Haus in Ordnung zu bringen und repariert den Generator, um Strom und heißes Wasser wiederherzustellen. Die Kinder brechen allmählich an Davids kaltem Äußeren ab, bis er sich in der Rolle des Vaters befindet. RedLeaf hat jedoch Spione, und das Unternehmen wird niemanden bei seiner Suche nach biologischer Vormachtstellung verschonen.

"The Hunter" ist aus Julia Leighs Roman adaptiert, wobei die Drehbuchautorin Alice Addison die Hauptrolle spielt. Addison und Regisseur Daniel Nettheim verwenden nur einen minimalen Dialog, um die Geschichte voranzutreiben, und vermitteln die meisten Informationen durch subtile und atemberaubende Grafiken. Die tasmanische Landschaft ist ein wesentlicher Bestandteil des Films und wird verwendet, um den inneren Geisteszustand von Dafoes Charakter widerzuspiegeln. Dafoe ist lange Zeit allein in der Wildnis auf der Leinwand zu sehen, und seine überzeugende und rätselhafte Präsenz ist einer der Hauptgründe, warum der Film funktioniert. Die großartige Kameraarbeit des Kameramanns Robert Humphreys ist ein weiterer Grund zum Anschauen und, wie ich behaupten würde, ein Beispiel für die Überlegenheit von 35 mm gegenüber digitalen Videos.

"The Hunter" beginnt mit Aufnahmen eines tasmanischen Tigers in Gefangenschaft aus dem Jahr 1933. Als dieser Tiger 1936 starb, wurde angenommen, dass die Art ausgestorben ist. Der tasmanische Tiger wurde nur deshalb gejagt, weil die Regierung befürchtete, er könnte die Schafpopulation der Insel dezimieren. Nettheims Film beginnt also mit dem Tiger als Symbol menschlicher Gier und Torheit. Martin Davids Suche nach dem Tiger und seine endgültige Ablehnung der Ziele der Biotech-Industrie verwandeln den Tiger in ein Symbol der Hoffnung und Erlösung.

"The Hunter" wurde ursprünglich in den USA im Jahr 2012 veröffentlicht. Es wird mit R für Sprache und einige kurze, realistische Gewalt bewertet. Die DVD enthält Extras, einschließlich Interviews mit Besetzung und Crew. Auch bei Amazon Video erhältlich, habe ich den Film auf eigene Kosten gesehen. Bewertung veröffentlicht am 04.07.2016.

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