Reise von Rhiannon
Rhiannon war die keltische Göttin der Pferde und Vögel. Eines Tages war sie unterwegs und erregte die Aufmerksamkeit von Prinz Pwyll, der von ihrer Schönheit fasziniert war. Er ritt hinter ihr her, aber sein Pferd war ihrem strahlend weißen Ross nicht gewachsen, und Rhiannon verschwand schnell.

Am nächsten Morgen ritt Prinz Pwyll wieder hinaus, diesmal auf dem schnellsten Pferd seines Königreichs, und dort in der Ferne sah er die schöne Rhiannon, deren langes goldenes Haar in der Sonne schimmerte. Er ritt hinter ihr her, aber selbst das schnellste Pferd in seinem Königreich war ihrem magischen Ross nicht gewachsen.

Die Liebe zwang den Prinzen, Tag für Tag hinter ihr her zu jagen, und Tag für Tag scheiterte er bei seiner Suche. Eines Tages beschloss Rhiannon, zum Prinzen zu reiten, anstatt sich von ihm zu entfernen. Sie glaubte an ihr Herz, dass seine Liebe wahr war, und sie stimmte zu, seine Braut zu sein.

In dieser Nacht, als das Königreich feierte, nahm ein großer, gutaussehender kastanienbrauner Fremder am Fest teil. Er bat den Prinzen um einen Gefallen, und der Prinz, der in sehr guter Stimmung war, gewährte ihm alles, was er sich wünschte. Der Fremde, der eigentlich Prinz Gwawl aus einem Nachbarland war, bat um die Hand von Rhiannon, und Prinz Pwyll hatte keine andere Wahl, als zuzustimmen, da sonst das Risiko eines Krieges zwischen ihren Königreichen bestand. Rhiannon, entsetzt über den Fehler des Prinzen, sagte ihm schnell, wie er sie retten und den Frieden zwischen den Königreichen bewahren könne.

Pwyll sollte in einem Jahr in das benachbarte Königreich gehen, als gewöhnlicher Bettler verkleidet, am Vorabend, als Rhiannon Gwawl heiraten sollte. Er sollte eine kleine Tasche tragen und darum bitten, dass sie mit Fleisch gefüllt wird. Gwawl würde sich so freuen, dass er die Tasche selbst füllen und hineinfallen würde, da es sich um eine magische Tasche handelte.

In einem Jahr tat Prinz Pwyll genau das und nahm Gwawl in Rhiannons magischer Tasche gefangen. Gwawl stimmte zu, Rhiannon nach Pwyll zurückkehren zu lassen, und versprach, keine Vergeltung zu suchen, um sein Leben zu retten.

Rhiannon und Pwyll waren verheiratet und nach vier Jahren, am Maiabend, brachte Rhiannon einen schönen Jungen zur Welt. In dieser Nacht, als sie schlief, wurden sechs Kindermädchen geschickt, um nach ihr und ihrem Kind zu sehen. Aber lange vor Mitternacht schliefen alle tief und fest.

Am nächsten Morgen wachten die Kindermädchen auf und fanden das Kind vermisst. Aus Angst um ihre eigene Sicherheit erfanden sie die Geschichte, dass Rhiannon ihr eigenes Kind verschlungen hatte. Sie töteten einen Hund und schmierten das Blut auf den schlafenden Rhiannon und ließen seine Knochen zu ihren Füßen.

Rhiannon erwachte an diesem Morgen mit den Anschuldigungen, dass sie ihr Baby getötet hatte und der Tod ihre Buße sein würde. Sie erklärte Pwyll, dass ihr Kind von ihr gestohlen worden war. Pwyll glaubte ihr nicht, obwohl er sie liebte. Da er es nicht ertragen konnte, sie zu töten, erklärte er stattdessen, dass ihre Bestrafung darin bestehen würde, vor dem Schloss zu stehen, jeden Besucher zu begrüßen und ihnen die Geschichte zu erzählen, wie sie ihr Kind verschlungen hatte, und dann anzubieten, sie auf dem Rücken zu tragen Schloss.

Mehrere Jahre waren vergangen, als ein Bauer aus einem weit entfernten Dorf von Rhiannons Geschichte hörte. Am selben Mai hatte er vor langer Zeit fast ein neugeborenes Hengstfohlen an einen Pooka verloren, aber er ging dem Pooka mit einer Axt nach. Der Pooka ließ ein Neugeborenes fallen und rannte davon. Der Bauer und seine Frau hatten sich um das Kind gekümmert, hatten aber bis jetzt keine Ahnung, woher er kommen würde.

Der Bauer brachte das Kind zu Rhiannon zurück, der dann als Königin an Pwylls Seite wieder eingesetzt wurde.

Die Reise von Rhiannon ist eine Geschichte von Liebe und gebrochenem Vertrauen. Sie gab ihr Herz einem Mann, von dem sie glaubte, er sei stark genug, um ihre Liebe zu erwidern, aber als sie ihn brauchte, versagte er ihr. Zweimal! Rhiannon erinnert uns daran, dass, obwohl Versprechen und Liebende verblassen mögen, wir in jedem von uns immer die Kraft haben, durch jede Situation zu kommen.

Deanna singt ein Lied, das sie schrieb: "The Journey of Rhiannon".

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